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Mittwoch, 19. Mai 2010, 23:58

Gleich mehrere Fragen...

Hallo ihr Hundeexperten. :)

Ich beobachte dieses Forum schon relativ lange und habe mich jetzt auch mal angemeldet.

Ich habe gleich mehrere Fragen und hoffe, dass ihr mir helfen könnt. Aber erst zu uns:

Ich bin 26 Jahre alt und habe Leiko (Schäferhund / Husky Mix) im Alter von 10 Wochen bekommen. Mittlerweile ist er 6 Jahre alt. Es ist mein erster Hund und ich war sehr unerfahren. Sicherlich habe ich viel bei der Erziehung falsch gemacht und würde heute einiges anders machen. Aber was soll ich sagen - für einen unerfahren Halter habe ich ihn gut erzogen. Wir lieben uns, er hört auf mich, ist gesund und wir verstehen uns super. Trotz meines damals jungen Alters würde ich sagen, dass er sich wirklich blendend entwickelt hat. Das bestätigen mir auch alle Freunde und Bekannte.

Zu meinen Fragen:
Leiko ist manchmal etwas sonderbar. Er hat eine Eigenart die alle Leute, die ihn kennen, wirklich lieben: Er knurrt vor Freude. Das habe ich bisher noch bei keinem Hund kennengelernt. Wenn ich beispielsweise Besuch bekomme, läuft er schwanzwedelnd um den Besuch herum und knurrt dabei so heftig, dass sich seine Stimme teilweise sogar überschlägt. Es ist nicht eine einzige Spur von Unsicherheit, Aggressivität oder Angst im Spiel. Dafür kenne ich ihn zu gut. Es ist so heftig, dass es sich teilweise gar nicht mehr nach knurren anhört. Es ist eine Mischung aus knurren und "singen" in extrem tiefer Tonlage. Außerdem muss er irgendwas (völlig egal - Schuh, Stein, Zeitung, Karton, Spielzeug usw.) in den Mund nehmen. Dafür lässt er den Besuch sogar teilweise 10 Sekunden alleine stehen, um sich einen geeigneten Gegenstand zu besorgen. Erst dann kommt er wieder, knurrt, grunzt und röchelt mit einem Stock im Mund um meinen Besuch herum.
Ich habe gestern eine interessante Reportage über die Eigenarten von Hunden im Fernsehen gesehen. Danach bin ich auf die Idee gekommen, mal nach dem Phänomen zu googlen. Ich habe nichts gefunden. Ist Leiko der Einzige Hund, der seine Freude so äußert? Auf gewisse Art- und Weise scheint der damit seine übertriebene Freude zu kompensieren. Aber warum macht er das?
Viele Fremde Leute (über die er sich auch freut) haben Angst vor ihm, weil sie diese Eigenart nicht kennen und nicht verstehen. Scheint ja doch eher selten zu sein.
Ich frage hier nur nach den Hintergründen für sein Verhalten. Abgewöhnen möchte ich ihm das auf keinen Fall. Wie schon gesagt - jeder der ihm kennt, liebt diese Eigenart über alles. :)

Ich mache einfach mal weiter: :)
Schon seit ich ihn im Welpenalter bekommen habe, war er immer extrem ängstlich. Das auch in den merkwürdigsten Situationen. Für einen 45kg Hund ist er wirklich ein absoluter Angsthase. Ein knisternder Müllsack, ein Regenschirm oder ein Besen versetzen ihn teilweise in Panik. Eigentlich hat er Angst vor allem, was ihm unbekannt ist. Wie kann ihn da im Alter von immerhin mittlerweile 6 Jahren stärken und für mehr Selbstbewusstsein sorgen?
Dieses Verhalten legt er auch (in bestimmten Situationen) anderen Menschen gegenüber an den Tag. Wenn er z.B. auf dem Boden liegt und jemand streichelt ihn, dann wird er extrem unterwürfig und fängt an zu knurren. Sobald die Person dann das Streicheln beendet, springt er auf und entschuldigt sich sehr unterwürfig für sein Knurren. Dies macht er durch Schwanzwedeln und lecken der Hände. Teilweise knurrt er dabei weiter. Man merkt ihm aber an, dass er das eigentlich gar nicht will. Es tut ihm jedes mal schrecklich Leid und man erkennt, dass es einfach nur absolute Unsicherheit ist. Das macht er sogar bei mir, wenn ich ihn in bestimmten Situationen streichel. Er ist absolut harmlos, kinderlieb und friedlich. Wenn er auf dem Boden liegt und ich mich zu ihm lege, dann knurrt er auch kurz. Ich ignoriere das dann meistens und lege auch trotz knurren meinen Kopf auf seinen. Er knurrt dann kurz und steht auf. Dann entschuldigt er sich wieder bei mir, läuft 1x im Kreis und legt sich wieder zu mir. Dann ist er völlig entspannt und lässt sich ganz normal streicheln und auch durch kuscheln. :)
Ich vermute mal, es ist auch eine Frage des Selbstbewusstseins. Wie kann ich das stärken?

Dann habe ich noch eine andere Frage, weil ich glaube, dass ich mich heute absolut falsch verhalten habe.
Ich nehme Leiko jeden Tag mit bei mir zur Arbeit. Er liegt den ganzen Tag mit bei mir im Büro und ist übrigens auch bei uns in der Firma der mit Abstand beliebteste Mitarbeiter. :) Seit 6 Jahren arbeitet er bei uns und die Firma ist "sein" Gebiet.
Heute hatte ein Arbeitskollege auch seinen Rüden mit. Ein Deutschlanghaar, der etwa die gleiche Rückenhöhe hat, jedoch sicherlich 10kg weniger wiegt. Die beiden Hunde haben sich nicht verstanden und es gab eine kleine Beisserei in meinem kleinen Büro. Leiko ist eher sehr friedlich und war sehr passiv daran beteiligt. Eigentlich war es eher nur Verteidigung, die er geleistet hat. Er hatte bei dem Streit auch definitv Angst.
Bisher war ich immer der Meinung, dass Hunde das unter sich regeln. Der andere Hund kam heute noch 2 weitere Male zu mir in das Büro. Leiko wollte keinen Ärger, war ängstlich und hat sich hinter meinen Beinen versteckt. Ich bin allerdings einfach zur Seite gegangen und habe ihn dadurch wieder einer kleinen Beisserei ausgeliefert, wo er auch etwas eingesteckt hat. Zumindest hat seine Pfote leicht geblutet. :(
Jetzt habe ich total das schlechte Gewissen. Bisher dachte ich, solch kleine Auseinandersetzungen würden evtl. sein Ego stärken. Er ist immerhin ein 45kg "Brocken" und sollte sich von kleineren Hunden nicht unbedingt alles gefallen lassen. Wenn ich jetzt im Nachhinein darüber nachdenke, könnte ich mich wirklich ohrfeigen. Er hatte Angst und hat bei seinem Herrchen Hilfe gesucht. Und ich habe ihn einfach ausgeliefert und er hat sogar noch eine leichte Verletzung davon getragen, obwohl er einfach nur Angst hatte. Ich denke, ich hätte ihm helfen sollen, indem ich ihm Schutz hinter mir geboten hätte. Ich hätte den anderen Hund dann einfach aus meinem Büro werfen können. Ich glaube, dass habe ich voll verbockt und habe ein total schlechtes Gewissen Leiko gegenüber, zumal es ihm momentan sowieso nicht so gut geht, da er leicht erkältet ist. Wie denkt ihr darüber? Wenn ich mich aus Spaß mit Arbeitskollegen "kappel", stellt er sich schließlich auch zwischen uns und verteidigt mich durch Gebelle und lässt niemanden an mich ran. Ich bin mir sicher, dass er mir in einer ernsten Situation helfen würde. Ich hingegen habe ihm gegenüber total versagt, was mir so unendlich Leid tut... :(

Ich hoffe, der Text war euch nicht zu lang und ich bin wirklich gespannt auf eure Antworten.
Ich werde mich hier sicherlich öfters mal blicken lassen. Vielleicht kann ich ja auch mal was hilfreiches zum Thema beitragen. Und eventuell könnt ihr mir helfen, dass tolle Leben, was Leiko und ich haben durch weitere Tipps noch zu optimieren. :)

Es tut mir Leid, wenn ich hier im falschen Bereich gelandet bin. Aber für die verschiedenen Fragen scheint es verständlicherweise kein passendes Forum zu geben.

Vielen Dank im Voraus!
TheBastian


Chucky

Fortgeschrittener

Beiträge: 212

Wohnort: hoher Norden

Beruf: Kauffrau

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Donnerstag, 20. Mai 2010, 11:28

Hi,

ups, das mit dem anderen "Büro"Hund kann ich nachvollziehen. Ich hätte auch ein schlechtes Gewissen.
Wobei mein Dicker sich wahrscheinlich eher darüber beschweren würde, DASS ich mich einmische,
während er den anderen in seine Schranken verweist. Ich habe genau das Gegenteil als Problem.
Meiner ist ZU selbstbewusst und lässt das auch absolut raushängen.

Also Hundeerziehung ist ja nicht so wirklich mein Spezialgebiet. :haarerauf:
Aber hier gibt es sicherlich den einen oder die andere mit guten Tipps und Tricks. :poet:

LG Claudia
Warum feiern wir eigentlich Weihnachten?
Es wird doch jeden Tag ein Mann geboren, der sich für Gott hält.


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